Der richtige Einsatz von Nofollow Attributen

Nofollow Backlink

Die Platzierung einer Webseite in den Ergebnissen einer Suchmaschine hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein besonders wichtiger Faktor ist dabei die Anzahl an qualitativen Backlinks, die eine Website besitzt. Je mehr Links auf eine Webseite verweisen, desto positiver wirkt sich dies auf das Ranking dieser Domain in den Ergebnissen der Suchmaschinen aus. Grund dafür ist, dass viele externe Links einer Webseite implizieren, dass es sich um eine seriöse und vertrauenswürdige Seite mit hochwertigem Content handelt.
Ein daraus resultierendes Problem ist jedoch, dass so für Webseitenbetreiber ein Anreiz geschaffen wurde, auf störende und unfaire Weise viele Backlinks zu generieren. Eine Taktik dafür ist das übermäßige Posten von Links auf anderen Webseiten durch Nutzung von Kommentarfunktionen, Foren oder anderem User Generated Content.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde das Nofollow Attribut eingeführt. Im Folgenden erfahren Sie, wie Nofollow Attribute richtig eingesetzt werden, welche weiteren Link Attribute wichtig sind und in welchen Fällen Links in jedem Fall ein Nofollow Tag hinzugefügt werden sollte.

1. Was ist ein Nofollow Attribut?

Wenn eine Webseite eine externe Seite verlinkt, gibt sie den sogenannten Linkjuice an die verlinkte Seite und deren Domain weiter. Das bedeutet, dass die Crawler von Suchmaschinen wie Google den Link finden und als eine positive Wertung der verlinkten Seite wahrnehmen. Dadurch verbessert sich das Page Ranking der Seite und sie erscheint höher in den Suchergebnissen. Das geschieht jedoch nur dann, wenn es sich bei dem Link um einen Dofollow Backlink handelt.

Info

Unter Linkjuice versteht man im Bereich SEO, die positive Wirkung die ein Backlink auf das Ranking einer Seite hat. Wie viel Linkjuice ein Backlink der Webseite gibt, hängt dabei von vielen Faktoren ab. Entscheidend sind beispielsweise das Domain Rating der verlinkenden Seite, die Anzahl von anderen Links auf der Seite und die Qualität des Contents.

Um zu verhindern, dass Suchmaschinen wie Google den Link als eine positive Wertung für die verlinkte Seite wahrnehmen, können Nofollow Attribute zu Links hinzugefügt werden. So können Webseiten eine andere Webseite verlinken, ohne von Google mit dieser Webseite in Verbindung gebracht zu werden. Durch das Attribut ist der Link kein Dofollow Backlink mehr. Das ist vor allem dann wichtig, wenn nicht sicher feststeht, wie seriös die verlinkte Webseite ist.

Zusammengefasst unterscheiden sich Dofollow und Nofollow Links fogendermaßen:

Dofollow LinkNofollow Link
  • Enthält kein Nofollow Tag im HTML Code
  • Wird von Google Crawlern als positive Bewertung der verlinkten Seite wahrgenommen (“Linkjuice”)
  • Hat Einfluss auf das Suchmaschinenranking der verlinkten Seite
  • Enthält ein Nofollow Tag im HTML Code
  • Wird von Google Crawlern nur wenig beachtet
  • Beeinflusst das Ranking einer Webseite nicht oder nur schwach

Das Nofollow Tag wird folgendermaßen im HTML Code platziert:

<a href=”https://10xstudio.co/” rel=”nofollow”> Marketing Agentur</a>

Das rel im Code steht dabei für relationship und beinhaltet sämtliche Attribute, die den gesetzten Link oder die Beziehung zwischen den beiden Seiten beschreiben. Die einzelnen Attribute innerhalb der Anführungszeichen werden dabei mit einem Leerzeichen getrennt.

2. Wann sollten Nofollow Attribute gesetzt werden?

Grundsätzlich sollte das Nofollow Tag immer dann eingesetzt werden, wenn der Betreiber einer Webseite eine externe Seite verlinken möchte, jedoch nicht bereit ist Google die Unterstützung dieser Webseite zu signalisieren.
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen es ratsam ist, grundsätzlich immer ein Nofollow Tag zu setzen, um das eigene Google Ranking zu schützen und mögliche Strafen zu vermeiden.

Bezahlte Links

Bezahlte Erwähnungen auf einer Webseite wie durch Display Werbung oder Sponsoring enthalten meist einen Link zur Homepage des Werbenden. Das Kaufen von Dofollow Backlinks ist für Google jedoch eine Black Hat SEO Taktik und wird für Käufer und Verkäufer mit schlechterer Platzierung in den Suchergebnissen oder sogar dem gänzlichem Ausschluss aus diesen bestraft (Google Penalty). Um das zu verhindern, sollten sämtliche bezahlte Links Nofollow Tags enthalten. Nur bezahlte Links mit Nofollow Tags sind in den Richtlinien von Google erlaubt und werden von Google nicht negativ behandelt.

Kommentare und User Generated Content

Webseiten, die Nutzern die Möglichkeit geben selbst Kommentare oder weiteren Content zu verfassen und zu posten, sollten stets sicherstellen, dass die vergebenen Links innerhalb dieser Inhalte automatisch einen Nofollow Tag erhalten. Andernfalls kann die Webseite zum Ziel von unseriösen Seiten werden, die große Mengen an Links in Kommentare platzieren, um ihr eigenes Ranking zu verbessern.

Das macht die Kommentarsektion nicht nur unbrauchbar für die eigentlichen Nutzer der Seite, sondern kann auch negative Folgen für das Ranking der verlinkenden Website haben. Wenn die Kommentarsektionen große Mengen Dofollow Backlinks zu unseriösen Seiten enthalten, könnte Google die Webseite als Linkfarm einstufen. Das wiederum führt zu einer schlechteren Position oder dem vollständigen Ausschluss aus den Suchergebnissen von Google.

Widgets und Embeds

Google’s Head of Search Spam Matt Cutts empfiehlt sowohl Herstellern als auch Nutzern von Embeds und Widgets alle darin enthaltenen Links mit Nofollow Tags zu versehen. Grund dafür ist, dass diese einfache Möglichkeiten für Webseiten darstellen in kurzer Zeit besonders viele Backlinks zu generieren. Auch der Missbrauch solcher Links ist möglich, da sie zu Webseiten von Dritten führen oder den eigentlichen Inhalt der verlinkten Seite falsch darstellen können. Es ist weiterhin möglich, dass der Betreiber der Webseite, die das Embed integriert nicht weiß, dass es einen Dofollow Link zu der Seite des Herstellers enthält.

Wenn jedoch sichergestellt wurde, dass der Link für den Nutzer deutlich ist, er auf eine Seite mit hochwertigem Content verlinkt und auch sonst keine unseriösen Taktiken mit dem Backlink verfolgt werden ist es auch möglich das Nofollow Tag nicht zu integrieren.

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3. Andere häufig verwendete Link Attribute und ihre Bedeutung

Neben Nofollow Attributen gibt es auch diverse andere Tags, die Links hinzugefügt werden können. Vor allem Noreferrer und Noopener Attribute werden dabei häufig mit dem Nofollow Tag verwechselt. Welche Tags Sie neben dem Nofollow Attribut auch kennen sollten, wie diese im HTML Code platziert werden und welche Wirkung diese haben, erfahren Sie im Folgenden.

Das Noindex Tag

<meta name=“robots“ content=“noindex“>

Noindex ist ein Meta-Tag, welches in der <header> Sektion im HTML Code einer Seite integriert werden kann, um zu verhindern, dass diese Seite in der Google Suche angezeigt wird. Alternativ kann Noindex auch als Header in der HTTP-Anfrage zurückgegeben werden. Wenn der Crawler von Google dieses Attribut auf einer Seite findet, wird diese Seite von den Suchergebnissen ausgeschlossen, unabhängig davon ob andere Seiten auf sie verlinken.

Dieses Meta-Tag funktioniert jedoch nur dann, wenn die Seite durch keine robots.txt Datei blockiert wird. In diesem Fall, kann der Crawler von Google das Tag nicht wahrnehmen, wodurch es nicht effektiv ist. Die Seite kann dadurch weiterhin in den Suchergebnissen erscheinen, wenn beispielsweise andere Seiten darauf verlinken.
Das Tag tritt in Kraft wenn die Webseite erneut gecrawlt wird. Wie oft Google eine bestimmte Webseite crawlt kann in den Google Webmaster Tools eingesehen werden.

Das Noreferrer Attribut

<a href=”https://10xstudio.co/” rel=”norefferer”> Marketing Agentur</a>

Sobald ein Nutzer über einen Link eine Seite besucht, können mit Tools wie Google Analytics sogenannte Referrer Informationen abgerufen werden. Diese geben in Form einer URL Auskunft darüber, auf welcher Webseite ein Nutzer den Link gefunden und geklickt hat. Das Hinzufügen eines Noreferrer Attributs zu dem Link blockiert jedoch die Angabe dieser Information. So ein Attribut wird meist als Sicherheitsmaßnahme gegen Phishing Taktiken verwendet. WordPress beispielsweise, fügt daher automatisch jedem Link der in einem neuen Tab geöffnet wird dieses Attribut hinzu.

Anders als ein Nofollow Tag hat ein Noreferrer Attribut jedoch keinen EInfluss auf den Link Juice, den eine Webseite durch einen Backlink erhält. Dieses Attribut ist demnach nicht für das Page Ranking relevant und dient lediglich der Sicherheit einer Webseite. Ein Nachteil ist jedoch, dass Webseiten auf die Sie mit diesem Attribut verweisen, die Verlinkung auf Google Analytics nicht sehen können. Daher werden sie auch im Gegenzug mit geringerer Wahrscheinlichkeit die eigene Webseite verlinken oder den entsprechenden Beitrag auf Social Media teilen.

Das Noopener Tag

<a href=“https://10xstudio.co/“ rel=“noopener“>Marketing Agentur</a>

Ähnlich wie das Noreferrer Attribut, wird das Noopener Tag zu Sicherheitszwecken eingesetzt. Noopener verhindert dabei, dass die verlinkte Website durch die Javascript Funktion window.opener Zugriff auf die ursprüngliche Seite erhält. Webseiten, die in einem neuen Tab geöffnet werden, können die window.opener Funktion verwenden um schädlichen Code auf der ursprünglichen Seite zu verbreiten oder um Informationen von ihr abzulesen. Noopener blockiert diese Funktion.

Auch dieses Attribut dient also der Sicherheit und wird daher von einigen Content Management Systemen wie WordPress automatisch zu jedem Link, der in einem neuen Tab geöffnet wird, hinzugefügt. Noopener hat keinen Einfluss auf Link Juice oder Page Ranking und sollte vor allem bei Links hinzugefügt werden, die in einem neuen Tab öffnen. Am sichersten ist dabei die Verwendung der Attribute Noopener und Noreferrer in Kombination miteinander.

4. Neue Updates von Google zur Einstufung von Backlinks

Im September 2019 teilte Google mit, bald auch Links mit Nofollow Attributen zu beachten. Ab März 2020 werden diese Ankündigungen umgesetzt. Dabei ist jedoch noch unklar, welche Auswirkungen die Veränderung auf das Ranking von Webseiten haben wird. Google zufolge, gibt es dadurch keine großen Veränderungen der Suchergebnisse. Eine Ausnahme dafür können etablierte, vertrauenswürdige Seiten wie Wikipedia sein, deren Backlinks grundsätzlich immer Nofollow Tags enthalten. Verfügt eine Webseite über besonders viele Links solcher Webseiten kann das Ranking durch die aktuellen Veränderungen ansteigen.

Neue Tags beschreiben Kontext von Links

Eine weitere Veränderung, die Google ankündigte waren zwei neue Link Attribute, die dabei helfen sollen Nofollow Backlinks und deren Herkunft besser beurteilen zu können. Das Attribut rel=“sponsored“ kennzeichnet von nun an bezahlte Links, wie zum Beispiel Backlinks, die auf Grund von Anzeigen vergeben werden. Das Tag rel=“ugc“ dagegen, wird Links kennzeichnen, die im Rahmen von User Generated Content gesetzt werden.

5. Fazit

Das Nofollow Tag kann jedem externen Link hinzugefügt werden und bietet so Webseitenbetreibern eine geeignete Möglichkeit sich vor negativem Einfluss auf das eigene Domain Ranking zu schützen. Durch das Setzen dieses Link Attributs, wird eine Webseite von Suchmaschinen nicht mit potentiell unseriösen Webseiten und deren mögliche Black Hat SEO Taktiken in Verbindung gebracht. Auf diese Weise werden Webseiten demnach von Abstrafungen und damit einhergehenden Rankingverlusten geschützt.

Es gibt verschiedene Situationen, wie gesponsorte Links oder User Generated Content in denen unbedingt immer ein Nofollow Attribut erforderlich ist. Außerhalb solcher Situationen, sollten Webseitenbetreiber beim Setzen eines Links selbst entscheiden ob sie bereit sind, durch einen Dofollow Link Google eine positive Bewertung der Webseite zu signalisieren. Ein Dofollow Link kann ohne Bedenken verwendet werden, um eine Webseite zu kreditieren die seriös ist und qualitativen Content enthält.

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