Mobile First: Warum Mobile Optimierung wichtiger denn je ist

Mit einer Mobile First Strategie mehr Traffic, Leads und Umsatz generieren

Heute führt der Weg ins Internet über den Griff in die Hosentasche

Wir überprüfen fast stündlich die aktuellen Nachrichten auf unserem Smartphone, kommunizieren mit unseren Kontakten über Messenger und teilen unser Leben über diverse Social Media Plattformen. Das Smartphone ist unser alltäglicher Begleiter. Es ist in jeder Lebenslage mit dabei und durch den einfachen Griff in die Hosentasche schnell bei der Hand.

Executive Summary

  • Heute kommen mehr Verbraucher über mobile Endgeräte mit Unternehmen und Produkten in Kontakt, also über Desktop
  • Deshalb der neue Ansatz: mobile first, Desktop second
  • Die Entwicklung der mobilen Seite sollte ganz am Anfang stehen – vom kleinsten zum größten Layout
  • Unternehmen müssen den mobile Costumer Journey berücksichtigen und Nutzer in den Mittelpunkt stellen

Im Jahr 2016 nutzten laut Statista etwa 60% der Deutschen das mobile Web, 2019 sind es bereits 80%. Zudem gaben bereits im Jahr 2017 über 60% der Deutschen, das Smartphone als wichtigstes Endgerät für Internetnutzung an. Dies veranschaulicht, wie wichtig heutzutage eine gute mobile Webansicht mit adaptivem Design ist, um seine Kunden auf der gesamten Customer Journey zu bedienen.

Zwar gibt es im Jahr 2019 noch einige Branchen, in denen der Kauf-Intent auf Desktop stärker ist. Doch allgemein kommt der Verbraucher heutzutage zuerst auf seinem mobilen Endgerät mit einem Unternehmen oder einem Produkt in Kontakt, beispielsweise über mobile Ads oder Social Media.

Warum Desktop-basierte Konzepte scheitern

Viele Unternehmen verfolgen noch keine mobile first Strategie, womit zahlreiche Probleme verbunden sind. Doch woran liegt das?

Bis vor einigen Jahren lag der Fokus noch auf der Optimierung der Webseite für stationäre Desktops. Oftmals werden diese Layouts noch heute für Mobilgeräte einfach in das kleinere mobile Format gepresst. Das Ergebnis sind völlig unübersichtliche Seiten und extrem lange Ladezeiten.

Völlig überladene Seiten haben zur Folge, dass die Nutzererfahrung darunter leidet. Veranschaulichen wir es an einem Beispiel: Ein Verbraucher gelangt mit seinem Smartphone von einer mobile Ad auf die Webseite eines Unternehmens. Die Ladezeiten sind schlecht, die Seite ist unübersichtlich und der Nutzer muss erst nach den Informationen suchen, die er benötigt. Die Folge ist klar: er wird die Webseite schnell verlassen.

Für Unternehmen heißt das im Umkehrschluss: eine schlechte Webseite oder Landingpage führt zu weniger Leads. Dementsprechend wird weniger Umsatz generiert und das führt folglich zu höheren Marketingkosten.

Doch nicht nur das. Durch User, die Webseiten nur kurz besuchen, steigt die Bounce Rate. Dies hat einen schlechteren Ad Score zur Folge und wirkt sich außerdem negativ auf das SEO Ranking aus. Das führt zu noch weniger Traffic und noch höheren Akquisekosten. Ein Teufelskreis!

Was kann man also dagegen tun? Die Lösung heißt: mobile first.

Was ist mobile first?

Der erlösende Ansatz kam im Jahr 2014 von Luke Wroblewski: mobile first. Mobile first bedeutet, dass die Darstellung auf mobilen Endgeräten die höchste Priorität bei der Entwicklung von Webseiten und Ads hat. Diesen Ansatz machte er weltweit bekannt.

Fälschlicherweise wird mobile first oftmals als Trend bezeichnet, dem ist aber nicht so. Vielmehr ist es ein strategischer Ansatz mit vielen Vorteilen und heutzutage unerlässlich. Dies stützt sich nicht etwa auf bloßen Hype, sondern auf kalte, harte Nutzungsdaten.

Der Grundgedanke von mobile first, lässt sich einfach zusammenfassen: Webseiten werden immer häufiger von mobilen Endgeräten wie Smartphones aufgerufen statt von Computern. Deswegen sollten sie primär dafür optimiert werden. Dies geschieht, indem Seiten und Apps zuerst für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets gebaut werden.

Was kann mobile first?

Die Fokussierung auf kleinere Bildschirme bringt eine erzwungene Reduzierung der dargestellten Inhalte mit sich. Dies ist aber keinesfalls ein Nachteil – im Gegenteil. Der Fokus auf das Wesentliche eliminiert unnötige Elemente auf der Webseite, macht das Layout übersichtlicher und bietet dem Besucher somit eine bessere Nutzbarkeit.

Die Idee des mobile first Ansatzes beschreibt, dass die Konzeption der mobilen Seite ganz am Anfang der Entwicklung steht und erst dann auf die Desktop-Bildschirme übertragen wird. Dies schließt bereits Konzeption und Design ein.

Man arbeitet sich also von der kleinsten Layout-Version hin zur größten. Der mobile first Ansatz verlangt, sich beim Design von Darstellung und Bedienbarkeit einer Webseite, zunächst an der Usability zu orientieren.

Im Umkehrschluss heißt das: Auch die Desktop-Version kann vom mobile first Ansatz profitieren. Die content-bezogene Strategie macht die Webseite wesentlich übersichtlicher. Die Desktop-Variante kann später natürlich noch um zusätzliche Funktionen und Designelemente erweitert werden.

Seit Juli ist bei Google die Mobile-first Indexierung auch Standard für neue Webseiten.

Antworten auf offene Fragen im Umgang mit der neuen Indexierung von Google finden Sie hier: Mobile-first Index.

Mobile first vs. Responsive Design

Der mobile first Ansatz steht am Ende einer ganzen Reihe von Entwicklungen. Zunächst wurden Websites erst für den Desktop konzipiert, designt und entwickelt. Die mobile Version wurde erst im zweiten Schritt angegangen. Dafür wurden mobile URLs angelegt, auf die der Nutzer ausschließlich mit seinem Smartphone zugriff. Dies funktionierte aber nicht immer optimal, da die mobile Version zu sehr von der Desktop-Variante abwich, sodass keinerlei Wiedererkennungswert mehr vorhanden war.

Als Lösung für dieses Problem wurde das sogenannte responsive Design entwickelt. Beim Skalieren der Webseite, passt sich diese an die verschiedenen Browsergrößen an. Dies hatte aber zur Folge, dass der Nutzer endlos scrollen musste, um die Inhalte der gesamten Webseite zu sehen. Oftmals kürzte man hierbei den Inhalt oder Elemente wie Grafiken ein. Das führte allerdings eher zu einer schlechteren Usability, als die Prämisse zu verfolgen, diese zu verbessern.

Der mobile first Ansatz wurde geboren. Schon die Bedienung eines Touchscreens basiert auf natürlichen Gesten. Inhalte lassen sich auf dem mobilen Gerät durch eine Fingerbewegung zoomen und auf jede Berührung erfolgt eine Aktion. Dieser Punkt und die Reduzierung auf das Wesentliche verbessern die Usability und somit auch die User Experience.

Mobile first für bessere Ladezeiten

Wer sich für den mobile first Ansatz entscheidet, sagt auch endlos langen Ladezeiten seiner Webseite adé. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ladezeit einer Webseite und der Conversion Rate? Die eindeutige Antwort lautet: Ja!

In manchen Fällen bedeutet dies, dass Unternehmen, die die Ladezeit ihrer Webseite um die Hälfte verringern, bei gleicher Besucherzahl, den Umsatz verdoppeln! Über die Hälfte der Besucher werden Ihre Webseite innerhalb weniger Sekunden verlassen, wenn sie nicht zügig geladen ist.

Die Erfolgsformel lautet also: schnellere Webseite – bessere User Experience – sinkende Absprungrate– steigende Conversion Rate.

Auch aus SEO-Sicht sollten sich Unternehmen die Frage stellen, ob ihre Seite mobil optimiert und schnell genug ist. Besonders da Google seit 2018 einen mobile-first-Index eingeführt hat. Google benutzt nicht mehr die Desktop-Version zur Indexierung, sondern die mobile Webseite. So kann es auch passieren, dass Google die Inhalte der Seite nicht mehr wahrnehmen kann und die Ergebnisse bei der Suche am Desktop verändert werden.

AMP als Alternative?

Als Alternative wurde 2015 von Google und anderen Softwareunternehmen mit AMP – Accelerated Mobile Pages – ein neuer Standard für sofort ladende mobile Webseiten geschaffen. Hierbei bauen Webseitenbetreiber eine alternative Webseite zu ihrer eigentlichen. Erkennt Google diese als eine AMP-Seite, wird diese auf einem Proxyserver in einem Content Delivery Network gespeichert. Zum einen können inhalte einer Webseite somit weltweit zur Verfügung gestellt werden, zum anderen wird die Ladezeit auf mobilen Geräten deutlich verkürzt.

Kann man Webseiten jedoch selbstständig, mobil und schnell ladend bereitstellen, ist es empfehlenswert dabei zu bleiben und kein AMP nutzen. Obwohl diese Möglichkeit anfangs attraktiv erscheint, birgt sie viele Nachteile.

Durch das verschlankte HTML und limitierte CSS, schränkt AMP in den Gestaltungsmöglichkeiten ein. Beispielsweise entfallen Dinge wie Kommentarfelder, Teilen-Buttons oder eine Shopintegration. Auch dynamische Javascript Elemente werden nicht unterstützt. Da Google AMP Artikel selber hostet, verliert man außerdem zu einem gewissen Maße die Kontrolle am eigenen Content.

Was bedeutet mobile first für Marketing?

Die Nutzung von mobilen Endgeräten ist bedeutend für das Marketing. Durch die mobilen Geräte ist der Verbraucher für Marken und Unternehmen permanent erreichbar. Jedoch steigt somit auch die Zahl der zu berücksichtigen Kanäle. Im Zuge des mobile first Ansatzes wird von Unternehmen verlangt, dass sie über die mobile-Customer Journey nachdenken.

Die meisten Nutzer, vor allem die jüngeren, beginnen ihre Reise mit ihrem Smartphone oder Tablet. Wichtig ist es also, dass Unternehmen untersuchen müssen, wie der Nutzer einkauft, wo er einkauft, wann er sucht und was er sucht. Mit Google Analytics können Unternehmen die idealen Kanäle, die Stoßzeiten und die Zielgruppe ermitteln. Auf Grundlage dessen, kann das Nutzerverhalten analysiert werden.

Enge Verbindung zwischen mobile first und Social Media

Einen essentiellen Bestandteil der (mobilen) Internetnutzung stellen Social Media Plattformen dar. Diese werden besonders häufig zeit- und ortsunabhängig über mobile Endgeräte genutzt. Besonders Plattformen wie Instagram oder Snapchat existieren nahezu ausschließlich abseits von Desktopanwendungen.

Um den Markt an mobilen Nutzern bestmöglich zu bedienen, bieten Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter mobile-Anzeigenformate an. Für Werbetreibende bedeutet das, dass die Creatives für Werbeanzeigen (ganz im Sinne von mobile first) für verschiedenen Anzeigenformate auf die unterschiedlichen Kanäle angepasst und optimiert werden müssen.

Es fällt also auf, dass mobile first nicht rein auf Websites bezogen ist, sondern eben auch andere Bereiche der mobilen Internetnutzung abdeckt. Die Optimierung der Anzeigen und die der Webseite gehen immer einher.

Daraus ergibt sich, dass die Transformation von einer Anzeige zu einer Webseite so reibungslos wie möglich stattfinden sollte. Wird ein Nutzer durch eine Social Media Anzeige auf ein Produkt aufmerksam, muss die Ad Experience mit der Website Experience übereinstimmen. Das bezieht sich nicht nur auf optische Gesichtspunkte, sondern auch auf technische, wie beispielsweise Ladezeiten.

Zudem bietet der mobile first Gedanke aus Marketingsicht die Möglichkeit, die Medienwirkung zu maximieren und die Werbekosten damit folglich zu senken. Um die Aufmerksamkeit von Nutzern zu gewinnen, können vor allem auf Mobilgeräten neben statischen auch interaktive Anzeigen angelegt werden.

Diese überzeugen vor allem durch die Einbindung des Nutzers. Dieser kann das Werbeerlebnis aktiv mitgestalten, indem er zu Handlungen aufgefordert wird, beispielsweise zum Drehen des Smartphones, um bestimmte Aktionen auszuführen.

Mobile First und SEO

Auch Google hat den mobile first Ansatz verstärkt, indem sie 2016 die mobile Benutzerfreundlichkeit von digitalen Inhalten als Rankingfaktor aufgenommen hat. In Zukunft wird der mobile Index den Desktop als Hauptindex ablösen. Das bedeutet, dass die mobile Variante einer Webseite zuerst betrachtet wird.

Ist keine mobile Version vorhanden oder die Webseite nicht responsive, wird jedoch die Desktopvariante herangezogen. Eine fehlende mobile Webseite bringt Nachteile im Ranking mit sich. Im heutigen digitalen Zeitalter kommt man als Unternehmen also nicht mehr um eine mobile Variante seiner Webseite herum.

Dennoch sollte diese erst ordentlich funktionieren. Laut Google bleibt eine sehr gute Desktop-Version besser als eine schlechte mobile Variante und kann das Ranking dieser gefährden. Mobil angepasste Webseiten haben Vorteile im Ranking.

SEO-Experten sollten sich daher mit folgenden Dingen vertraut machen:

  • Design und Content anpassen: die Inhalte der Desktop- als auch mobil-Variante sollten identisch sein. Ein Wechsel von mobile zu Desktop und umgekehrt sollte keine spürbaren Veränderungen aufweisen.
  • Strukturierte Daten und Metadaten: die mobilen URLs müssen aktualisiert werden, sowie Title-Tag und die Meta Description.
  • Ladezeiten optimieren: diese sind auf mobilen Endgeräten ein wichtiger Rankingfaktor. Dies ist beispielsweise durch Bildoptimierung, der Reduzierung von 301-Weiterleitungen oder der Verringerung von CSS- und HTML Ressourcen zu erreichen.
  • Hreflang-Tags: die Link-Elemente auf mehrsprachigen Seiten müssen für verschiedene Sprachen auf korrekte Verknüpfungen von Desktop-URLs und mobilen URLs überprüft werden.
  • robots.txt: die robotos.txt-Datei gibt an, welche Teile einer Webseite von Google Bot gecrawlt werdem können und dürfen. Auf der mobilen Version sollten keine Bereiche ausgeschlossen werden. Hierbei gilt: die selben Richtlinien für beide Varianten aufstellen.

Bei mobile Webseiten sollte der Fokus immer auf die Usability, sprich der Nutzbarkeit, liegen, denn diese ist ein großer Indikator für das SEO Ranking. Usability und User Experience werden dabei von der Ladezeit einer Webseite und dem Fakt, dass die mobile Version die gleichen Inhalte wie die mobile Variante hat beeinflusst. Je weniger spürbare Veränderungen es gibt umso besser die Usability.

Fazit: Mobile first, Desktop second

Wer sich im digitalen Space positionieren und Erfolge verzeichnen möchte, kommt um eine mobil Strategie nicht herum. In der heutigen digitalen Welt, lassen sich Probleme wie eine geringe Conversion Rate und dementsprechend geringerer Umsatz, ohne eine mobile-first Strategie, nicht lösen.

Jedoch sollte sich ein Unternehmen immer die Frage stellen, was sein Kunde sehen möchte, beziehungsweise über welche Touchpoints er zum Unternehmen gelangt. Der Nutzer sollte immer ins Zentrum gesetzt werden. Hier heißt das Stichwort customer first.

Sprich: Man darf die Desktop-Variante, einer Webseite beispielsweise, nicht vernachlässigen. In manchen Bereichen tritt der Nutzer zuerst mit dem Produkt über sein mobiles Endgerät in Kontakt, um sich beispielsweise zu informieren. Anschließend nutzt er aber die Desktopansicht für weitere Interaktionen mit dem Produkt. Unternehmen sollten sich daher überlegen, wie sie den Nutzer am besten zum Ziel führen.

Sind Sie bereit für mobile first?

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